Bochum als Romanraum
Romanwerkstatt · redaktioneller Hintergrund · ohne Fallauflösungen
Wie reale Orientierung und literarische Freiheit in den Max-Munster-Romanen zusammenwirken.
Ein Ort gibt Orientierung
Eine Straße, eine Innenstadt und ein Universitätsgelände sind unterschiedliche Arten von Raum. Sie bestimmen, wie Menschen einander begegnen, welche Wege sichtbar sind und welche Informationen zunächst fehlen. In der Max-Munster-Reihe übernehmen Uhlandstraße, der Bochumer Musiksommer und das Umfeld der Ruhr-Universität jeweils eine eigene erzählerische Funktion.
Die Karte erzählt noch keinen Fall
Ein realer Ortsname macht eine erfundene Handlung nicht zu einem Tatsachenbericht. Die Romanfiguren und Kriminalfälle bleiben Fiktion. Auch ein bekanntes Gebäude wird im Erzählen durch die Wahrnehmung einer Figur ausgewählt und gestaltet. Wer einen Schauplatz wiedererkennt, erkennt deshalb nicht automatisch einen tatsächlichen Vorgang wieder.
Architektur als Perspektive
Das erste Kapitel von Betonlabyrinth beginnt mit Max Munsters Blick auf die Universität. Er bemerkt Formen, Wege und Ordnung. Bertram schaut stärker auf die Menschen. Der Ort ist dadurch zugleich eine räumliche Umgebung und ein Anlass, zwei unterschiedliche Beobachtungsweisen kennenzulernen.
Mitlesen und nachsehen
Die Schauplatzübersichten unterscheiden reale Ortsbezüge von fiktiven Räumen. Externe Karten können räumliche Orientierung ergänzen. Sie ersetzen weder den Roman noch eine eigene Einordnung dessen, was im Text tatsächlich behauptet wird.